Zentralamerika 2015: Dynamischer Ausbau von Solar- und Windenergie

Der Ausbau bei Photovoltaik und Windenergie schreitet in Zentralamerika weiter kräftig voran.

Laut UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) wurden im vergangenen Jahr Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 500 MW installiert. Haupttreiber dieser Entwicklung war Honduras, wo durch einen temporär gewährten Vergütungsbonus 388 MW Photovoltaikleistung zugebaut wurde, die sich auf große Solarkraftwerke im Süden des Landes konzentriert.

Auch die Windenergie konnte mit 309 MW deutlich zulegen, wobei allein Panama mit dem 150 MW-Projekt Penenomé fast die Hälfte der installierten Leistung für sich verbucht. Die bereits seit Jahrzehnten genutzte Wasserkraft wurde gleichfalls ausgebaut. Die insgesamt 296 MW zusätzlich installierte Leistung konzentrieren sich überwiegend auf Costa Rica (111 MW), Panama (100 MW) und Guatemala (55 MW).

Weitgehend unbeachtet bleibt der bemerkenswerte Zuwachs bei der „cogeneration“, die Bagasse als Abfallprodukt der Zuckerindustrie für die Energieerzeugung verwertet. 220 MW sind im vergangenen Jahr ans Netz gegangen, davon allein 156 MW in Guatemala. Biogas hat in Zentralamerika große Anwendungspotentiale, aber bislang sind erst wenige große Anlagen in Betrieb.

Die Ausbauzahlen von 2015 belegen, dass Zentralamerika substantielle Fortschritte bei der Umsetzung des Ziels macht, seine Energiematrix zu diversifizieren und damit die Abhängigkeit von Erdölimporten zu senken. Zwischen 2009 und 2015 ist der Anteil von Solar- und Windstrom bereits von 1,1 auf 7,1% gestiegen.